Lebensmittel mit Fingerabdruck

Neue Untersuchungsmöglichkeiten zur
Absicherung von Qualitätsprogrammen
in der Landwirtschaft

 
Pressemeldung vom: 17. September 2006 um 09.30 Uhr
Ort: OÖ. Presseclub, Linz
Thema: Lebensmittel mit Fingerabdruck
Teilnehmer: Agrarlandesrat Dr. Josef Stockinger
Weiterer Gesprächsteilnehmer:
Mag. Micha Horacek, ARC Seibersdorf Research GmbH., Abteilung Umweltforschung
Oberösterreich profiliert sich als Lebensmittelland - Herkunftssicherung als Qualitätsargument


Oberösterreich macht sich auf der kulinarischen Landkarte Europas einen Namen. Durch die erfolgreiche Initiative "Genussland Oberösterreich" steigen Wertschätzung und Wertschöpfung für die regionalen Lebensmittel. Landwirtschaft, Lebensmittelverarbeiter, Wirtschaft, Hotellerie, Gastronomie und Tourismus arbeiten gemeinsam am neuen Lebensmittel-Image für Oberösterreich.

"Oberösterreich ist ein sauberes Agrarland. Die kleinstrukturierte Landwirtschaft, der freiwillige Verzicht auf GVO im Pflanzenbau, Grundwasserreserven in Trinkwasserqualität stehen mit der Arbeit der Bäuerinnen und Bauern an der Wiege unserer Lebensmittelqualität", sagt Oberösterreichs Agrarlandesrat Dr. Josef Stockinger, der den Schlüssel zum Erfolg im Miteinander entlang der Wertschöpfungskette von Erzeuger, Verarbeiter bis Lebensmittelhandel sieht. Stockinger: "Ziel sind einzigartige Produkte, die sich in Qualität und Genuss positiv vom weltweiten Einheitsgeschmack der Industriekonzerne abheben".

Das Bemühen um ein neues Qualitätsimage für Lebensmittel trägt Früchte:
  • Mehr als 400 Partner in der Initiative Genussland Oberösterreich

  • 1.487 bäuerliche Familienbetriebe in 10 Genussregionen

  • Lufthansa-Kooperation in wöchentlich 13.000 Langstreckenflügen

  • Lebensmittelhandel setzt auf Regionalität

  • Genusswelten Wels mit mehr als 200.000 Besuchern


Fingerabdruck der Lebensmittel als Schutz vor Trittbrettfahrern


Die Qualitätsprogramme der heimischen Landwirtschaft treffen genau auf den Verbraucherwunsch. "In einer nächsten Phase geht es darum, dass mit dem guten Namen der Regionen und der Herkünfte kein Missbrauch stattfindet. Eventuellen Trittbrettfahrern sagen wir im Vorhinein: Es gibt einen eindeutigen Fingerabdruck der Lebensmittel", sagt Landesrat Stockinger und nennt die Isotopenuntersuchung des Forschungszentrums Seibersdorf als eine Möglichkeit, wie man die Herkunft von Lebensmittel unabhängig von einer vorhandenen Dokumentation bestimmen kann. Dieser "Fingerabdruck" der Lebensmittel gibt laut Stockinger zusätzliche Sicherheit für Erzeuger und Verbraucher, damit mit dem guten Namen der oberösterreichischen Lebensmittel kein Missbrauch erfolgt.

"Mit Stichprobenuntersuchungen wollen wir vorbeugend die Hemmschwelle für Manipulationen bei der Herkunft von Lebensmitteln extrem hoch halten", sagt Landesrat Stockinger. Oberösterreich wird im Rahmen der Qualitätskontrolle bei Lebensmitteln, die Isotopenanalyse stichprobenartig einsetzen. "Uns geht es um Herkunftssicherheit. Wir wollen ein Schnitzel mit Stammbaum und nicht Produkte, die mit unserem guten Namen ein Geschäft machen wollen", betont Landesrat Stockinger, und: "Was außen drauf steht, muss auch drinnen sein".


Forschungszentrum Seibersdorf - Analyse der stabilen Isotope


In der Analyse der Lebensmittelherkunft setzt das Austrian Research Center (ARC) Seibersdorf auf die Analyse der stabilen Isotope, zeigt Mag. Micha Horacek vom Geschäftsbereich Umweltforschung im ARC Seibersdorf auf.

Bei der Untersuchung der stabilen Isotope von Lebensmittel konzentriert man sich auf die Hauptelemente, aus denen das meiste organische Material aufgebaut ist: Wasserstoff (H), Kohlenstoff (C), Stickstoff (N), Sauerstoff (O) und Schwefel (S). Von diesen Elementen existieren jeweils mehrere Isotope. Das sind Atome, die zwar identisch chemische Eigenschaften haben, aber eine unterschiedliche Masse. Die schweren Isotope besitzen mehr Neutronen im Atomkern als die leichten Isotope. Beispielsweise existiert Kohlenstoff hauptsächlich in der Form mit einer Masse von 12, selten jedoch auch mit der Masse 13, also mit einem Neutron mehr im Atomkern.

Das Verhältnis, wie diese Isotope zueinander in der Natur vorkommen, wird durch die klimatischen (z.B. Temperatur, Niederschlag), geographischen (z.B. Breitengrad, Entfernung vom Meer), bodenkundlichen (z.B. Bodenbeschaffenheit) und geologischen (z.B. Beschaffenheit des Untergrunds, Herkunft des Grundwassers) Gegebenheiten einer jeden Region auf der Erde individuell bestimmt. Deshalb sind aufgrund der Einzigartigkeit jeder Region auch die Isotopensignaturen jeder Region unterschiedlich – und so ist eine Herkunftsbestimmung mittels der Isotopenuntersuchung möglich.



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