Positive Bilanz EU-geförderter LEADER-Projekte. Neues Programm bringt zweieinhalbfache Mittelaufstockung als Chance für Oberösterreich und den ländlichen Raum

Zweieinhalbfache Aufstockung der Gelder für Gemeinschaftsprojekte in der LEADER-Periode 2007 - 2013

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Pressemeldung vom: am Dienstag, den 3. Jänner 2006 um 12.00 Uhr
Ort: im OÖ. Presseclub, Linz,
Thema: Positive Bilanz EU-geförderter LEADER-Projekte. Neues Programm bringt zweieinhalbfache Mittelaufstockung als Chance für Oberösterreich und den ländlichen Raum
Teilnehmer: Agrarlandesrat Dr. Josef Stockinger
Hofrat Dipl.-Ing. Johann Gruber, Agrar- und Forstrechtsabteilung, Land OÖ.
Durch die Einigung im EU-Finanzhaushalt ist gewährleistet, dass Oberösterreich seinen selbstbewussten Weg für eine qualitätsorientierte Politik im ländlichen Raum fortsetzen kann. Im agrarischen Bereich bestehen für die Programmperiode 2007 - 2013 stabile finanzielle Rahmenbedingungen. Die drei für Oberösterreichs Landwirtschaft wesentlichen Bereiche Umweltprogramm ÖPUL, Bergbauern-Ausgleichszulage und agrarische Investitionsförderung sind zum Großteil nach dem bisherigen Stand abgesichert und von der EU respektiert.

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Die Mittel für die Gemeinschaftsprojekte im Programm LEADER+ werden in Oberösterreich für die kommende Programmperiode von 20 auf 50 Millionen Euro aufgestockt. Das sind zweieinhalb Mal mehr Mittel als bisher.

Agrarlandesrat Dr. Josef Stockinger: "Eine neue Chance für den ländlichen Raum ist der deutliche Ausbau in der Finanzierung der Gemeinschaftsprojekte. Statt bisher 20 Millionen Euro werden künftig 50 Millionen Euro LEADER-Mittel in Oberösterreich zur Verfügung stehen. Das ist zweieinhalb mehr als bisher". So entsteht Schubkraft für den ländlichen Raum, für gute Ideen und für Gemeinschaftsinitiativen zwischen Landwirtschaft und Wirtschaft. Landesrat Stockinger: "Bereits jetzt sollen diese offenen Türen der kommenden EU-Finanzperiode in Oberösterreich genützt werden. LEADER kann eine Trägerrakete für die Regionalentwicklung sein". Entscheidend ist, dass bereits jetzt neue Ideen und Gemeinschaftsprojekte für den ländlichen Raum vorbereitet werden.

Wichtig sind bei LEADER+ 2007 - 2013 folgende Voraussetzungen:
1. Qualität der Vorbereitung
2. Bereits jetzt rechtzeitig die Weichen stellen und in der Region Programme entwickeln
3. Neue Zustiegschance für Regionalverbände

LEADER muss auch in der Periode 2007 - 2013 wieder über lokale Aktionsgruppen in abgegrenzten LEADER-Regionen umgesetzt werden. Die Anerkennung der Regionen wird über ein Auswahlverfahren erfolgen. Die Ausschreibung erfolgt über das Landwirtschaftsministerium. Grundlage für eine Teilnahme ist ein regionaler Entwicklungsplan, der ausgewogen alle Lebensbereiche umfassen muss.

Im künftigen LEADER-Programm werden neben den bestehenden Schwerpunkten auch neue inhaltliche Themen forciert. Wie z.B. insbesondere Projekte für die erneuerbare Energie.

Neben den bestehenden 11 LEADER -Regionen in Oberösterreich können sich neue Regionen für eine Programmteilnahme bewerben. Auch bei bestehenden Regionen können Gebietsänderungen vorgenommen werden (Ausweitungen um zusätzliche Gemeinden, eventuell Zusammenlegung von bisher benachbarten Regionen zu einer Region).
Ziel ist eine effiziente und zielorientierte Zusammenarbeit der Regionen und kein "Fleckerlteppich" von möglichst vielen Klein-LEADER-Regionen. Angestrebt werden mittelgroße Regionen, sie sind gut organisierbar, motivierbar und können ohne Probleme die erforderlichen Eigenmittel aufbringen. Ein nächster Schritt ist die Zusammenarbeit zwischen den LEADER-Regionen bei der Realisierung gemeinsamer Projekte.

Gemeinschaftsinitiative für den ländlichen Raum

Das Programm LEADER (Liaison entre Actions de Developpement de l´Economie Rurale) wurde von der EU als Gemeinschaftsinititiative für den ländlichen Raum eingeführt und wird als Mehrjahresprogramm in den Strukturfondsperioden abgewickelt. Für die derzeit laufende Periode 2000 - 2006 wurde in Österreich das Programm LEADER+ mit insgesamt 56 LEADER+Regionen, davon 11 in Oberösterreich entwickelt. Österreichweit sind 1.119 Gemeinden eingebunden. Das gemeinsam von EU, Bund und Ländern finanzierte Programm hat ein Fördervolumen von insgesamt 103,5 Millionen Euro.

Erfolgreiche Bilanz in Oberösterreich

Für Agrarlandesrat Stockinger sind die bisher verwirklichten Gemeinschaftsprojekte in Oberösterreich "eine echt positive Bilanz". In 11 LEADER+Regionen arbeiten 158 Gemeinden für 353.000 Einwohner zusammen. Gemeinsam wurden 263 Projekte aus den Bereichen Agrar, Gewerbe, Tourismus, Kultur, Dorfentwicklung oder Regionalentwicklung (bzw. Themenbereiche überschneidend) mit einem Gesamtinvestitionsvolumen von 27,3 Millionen Euro umgesetzt. Die Fördermittel dafür summierten sich in den 7 Jahren von 2000 auf 2006 auf insgesamt 19,54 Millionen Euro, davon 14,42 Millionen Euro aus der EU, 2,62 Millionen Euro Bundesmittel und 2,50 Millionen Euro Landesmittel.

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263 Projekte wurden bisher in der laufenden Periode realisiert. Das Gesamtinvestitionsvolumen betrug 27,327 Millionen Euro.

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Aktuell gibt es in Oberösterreich 11 LEADER-Regionen mit bisher 263 Gemeinschaftsprojekten.

So funktioniert LEADER

An der Regionalentwicklung ihrer Region interessierte Personen aller Berufsgruppen bilden mit öffentlichen und privaten Einrichtungen lokale Arbeitsgruppen (LAG). Diese sind als Vereine organisiert. Die Geschäftsführung erfolgt durch ein professionelles LAG-Management, das aus Fördermitteln des Programmes und aus Mitgliedsbeiträgen der beteiligten Gemeinden finanziert wird. Die Förderentscheidungen erfolgen durch die zuständigen Fachabteilungen des Landes. Die Gesamtverantwortung hat die programmverantwortliche Landesstelle (PVL), das ist in Oberösterreich die Agrar- und Forstrechtsabteilung des Landes.

Beispielhafte LEADER-Projekte in Oberösterreich

• Museum für Schopperei und Fischerei
In Aschach an der Donau hat der Museumsverein eine Dauerausstellung über die historische Entwicklung der Fischerei an der Donau und das damit verbundene Handwerk errichtet. Projektkosten: 128.000 Euro. Jährlich 4.000 Besucher

• Hofbühne Tegernbach in Schlüßlberg
Der Verein Hausruckviertler Kulturinitiative hat einen denkmalgeschützten barocken Vierkanthof zu einem Kultur-, Wirtschafts- und Tourismusstandort ausgebaut. Projektkosten: 268.000 Euro. Pro Jahr 80 Veranstaltungen mit insgesamt 8.000 Besuchern.

• Baumkronenweg Kopfing
Der Verein Baumkronenweg hat ein Waldnaturerlebnis geschaffen, wo "Wipfelstürmer" den Wald mit allen Sinnen erleben können. Projektkosten: 555.000 Euro. 160.000 Besucher in der ersten Saison.

• Bäuerliche Freizeitanlage Stoaninger Alm
Die Familie Kriener in Schönau im Mühlkreis hat die bäuerliche Freizeitanlage Stoaninger Alm errichtet. Dabei wird der Schihang im Sommer von einer Speed-Gleitbahn für eine 600 Meter lange Abfahrt genutzt. Projektkosten: 422.000 Euro. 20.000 Besucher pro Jahr.

• Meisterstraße Salzkammergut
Der Regionalentwicklungsverein des Salzkammergutes hat 35 Handwerksbetriebe zu einer gemeinsamen Präsentation und Vermarktung des Handwerks vernetzt. Projektkosten: 578.000 Euro.

• Wald der Kinder in Zell am Pettenfirst
Tourismusverband und Gemeinde Zell am Pettenfirst haben vom Ortszentrum durch den Hausruckwald bis zur Pettenfirst-Hütte einen Kindererlebnisweg mit attraktiven Wegstationen für Kinder von 6 - 10 Jahren errichtet. Projektkosten: 95.000 Euro. 30.000 Besucher.



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