Das
„Buech von allerley Eingemachten Sachen, also Zuggerwerckh, Gewürtz,
Khütten und sonsten allerhandt Obst wie auch andere guett und nützlich Ding etc.“ stammt aus dem Adelshaushalt der Anna Margarita Sagramosa (in Verona ansässig), geborene Gräfin Paradeiser (Krain), und ist mit 1653 datiert.
Insgesamt enthält das Kochbuch bereits zu diesem frühen Zeitpunkt vier verschiedene Rezepte zur Linzer Torte / zum Linzer Teig, was neuerlich ein Beweis für die allgemeine Beliebtheit und die weite Verbreitung dieses Backwerks in der Barockzeit ist! Von den jüngeren Rezepten unterscheiden sie sich vor allem dadurch, dass der Teig stets mit Butterschmalz bereitet wird, in den dann noch ein Butterziegel eingearbeitet wird.
Außerdem wird die Torte als „Schüsseltorte“ zubereitet, d. h. man hat sie in einer (silbernen) Schüssel - ähnlich den heutigen Pasteten – mit Fruchtfülle und einem Gitter darüber gebacken. Gewürze werden nur einmal verlangt und das in Form eines „gut gewürzten Gitters“. Mandeln gehören zu jedem Rezept.
Wenn bisher das Rezept aus der Wiener Stadt- und Landesbibliothek 1696 als das älteste aufgezeichnete gegolten hat, so darf nunmehr die erste nachweisbare Nennung der „Linzer Torte“ um fast ein halbes Jahrhundert auf 1653 zurückdatiert werden mit Standort Stiftsarchiv Admont!
Entdeckung des ältesten Rezeptes der Linzer Torte aus dem Jahr 1653 im Stiftsarchiv Admont
Originaltext der ältesten Linzer Torte in einem Codex aus dem Jahr 1653 des Stiftsarchivs Admont