Jeder sechste Arbeitsplatz in der Lebensmittelbranche
"Kaum eine Branche ist so zukunftssicher wie die Lebensmittelwirtschaft", sagt Oberösterreichs Agrarlandesrat Dr. Josef Stockinger, denn Essen und Trinken sind täglich notwendig. In Oberösterreich hat jeder sechste Arbeitsplatz mit Essen und Trinken zu tun.
In den Lebensmittel verarbeitenden Betrieben, bei Müllern, Bäckern, Konditoren, Fleischern sowie im Lebensmittelhandel und der Gastronomie sind in Oberösterreich 53.443 Arbeitsplätze gesichert, dazu kommen weitere 45.000 Arbeitsplätze in der produzierenden Landwirtschaft. In Summe stehen mehr als 98.000 Jobs in Zusammenhang mit der Lebensmittelversorgung.
Der Speiseteller als Fitnessprogramm für die Wirtschaft
Die zahlreichen Investitionen der oberösterreichischen Lebensmittelwirtschaft zeigen: das klare Bekenntnis zu einem Qualitätsprofil entlang der Wertschöpfungskette stärkt den Lebensmittelstandort Oberösterreich.
Oberösterreich hat sich als Lebensmittelstandort profiliert. Die Firmen investieren in ein klares Qualitätsprofil. Allein in den nächsten Jahren wird Oberösterreichs Lebensmittelwirtschaft an die 300 Millionen Euro investieren. "EU, Bund und Land unterstützen die Lebensmittelwirtschaft dabei", sagt der für das EU-Programm "Ländliche Entwicklung" zuständige Landesrat Stockinger. Bis zum Jahr 2013 stehen aus der gemeinsam finanzierten Sektorplanförderung 28 Millionen Euro Unterstützung für die Betriebe der Lebensmittelwirtschaft zur Verfügung. "Der Speiseteller wird so zu einem Fitnessprogramm für den Lebensmittelstandort Oberösterreich", vergleicht Landesrat Stockinger.
Landesrat Stockinger für "preis-werte" Lebensmittel
"Ständige Alarmmeldungen und Verunsicherungen, dass Lebensmittel zu den Preistreibern gehören, und sich Essen und Trinken in unserem Land niemand mehr leisten könne, sind eigentlich eine geringe Wertschätzung für die tagtägliche bäuerliche Arbeit", sagt Landesrat Stockinger.
Bei den Kaufentscheidungsfaktoren hat sich dieses Qualitätsbewusstsein durchgesetzt, das zeigt der Österreichische Lebensmittelbericht:
Als Agrarlandesrat ist Stockinger überzeugt, dass es bei Lebensmitteln nicht "um viel möglichst billig" geht sondern um "Qualität, die preiswert sein soll". Frische und Qualität – ohne Lebensmittelskandale – haben einen Wert.
Landesrat Stockinger: "Wer nur Billigkeit sucht, wird sich am Ende in Lebensmittelskandalen wiederfinden." Nachvollzieh-bare und mehrfach geprüfte Produktionswege geben dem Konsumenten Sicherheit. Dieser Mehraufwand muss aber auch abgegolten werden.
Agrarpolitik muss stabile Agrarmärkte unterstützen
"In der Lebensmittelversorgung hat die Politik einen Grundauftrag zu verantworten", ist Landesrat Stockinger überzeugt. Die Agrarmärkte sind ein Spiegelbild der weltweiten Wirtschaftsentwicklung. Gerade im Vorjahr zeigte sich: Nach einer Phase der Überhitzung der Märkte und der spekulativen Preise folgte eine Phase der Ernüchterung und Verunsicherung.
Jetzt geht es um eine Widererlangung der Stabilität auf den Agrarmärkten. "Hier wird auch die EU-Agrarpolitik ein Stück zurückrudern müssen und nicht alles und jedes den freien Märkten überlassen können. Eine Grundmarktordnung für die Lebensmittelversorgung ist wichtig, um nach einer Wirtschaftskrise und einer Energiekrise sich nicht auch später in einer Lebensmittelkrise wieder zu finden", warnt Oberösterreichs Agrarlandesrat Josef Stockinger bei der Internationen Grünen Woche in Berlin.
Grundprinzipien der Agrarmarktordnung sind laut Stockinger die Versorgungssicherheit durch Lagerhaltung sowie eine Mengensteuerung.
Das Beispiel der vorjährigen Weltgetreideernte führte dramatisch vor Augen: Durch die Marktüberhitzung sind die Welt-Getreide-Vorräte auf einen Monat Verbrauch geschrumpft. Zur selben Zeit lagerten Öl-Vorräte für 9 Monate.
Zu den agrarpolitischen Entscheidungen der Europäischen Union sagt daher Landesrat Stockinger kritisch: "Die Entscheidung, die Mengensteuerung in der Milchproduktion aufzugeben, ist der falsche Weg. Auch das Zurückziehen aus der Lagerhaltung zur Vorrats-Steuerung war falsch. Hier hat die Politik einen öffentlichen Auftrag."
Dafür stehen Lebensmittel aus Oberösterreich
Die Initiative "Genussland Oberösterreich" hat Landesrat Stockinger zu seinem Start als Agrarlandesrat im Jahr 2003 präsentiert. In den vergangenen sechs Jahren hat sich das Genussland zu einem gesamtwirtschaftlichen Vorteil entwickelt. Landwirtschaft, Wirtschaft, Gastronomie und Tourismus gehen diesen Qualitätsweg der Kulinarik Hand in Hand.
Die Investitionen der Unternehmen in dem Lebensmittelstandort Oberösterreich, das Bekenntnis der Konsumenten zur rot-weiß-roter Qualität sind ein Beleg für den volkswirtschaftlichen Erfolg.
Lebensmittel aus Oberösterreich stehen für:
- Qualität ohne Skandale
- Saubere Landwirtschaft
- Verzicht auf gentechnisch veränderte Pflanzen
- Kein Soja im Futtertrog der Milchkühe
- Höchste Tierschutzstandards
- Hoher Biobauernanteil
- 98.000 Jobs in der Lebensmittelwirtschaft
- Schöne Landschaft als Kombiprodukt einer funktionierenden Landwirtschaft
Der Knödel rollt nach Berlin, Prost mit Most
Die Internationale Grüne Woche in Berlin ist die weltgrößte Lebensmittel-Publikumsmesse. 1.571 Aussteller aus 52 Ländern präsentieren den mehr als 420.000 Besuchern an den 10 Messetagen von 16. bis 25. Jänner 2009 eine kulinarische Weltreise.
Das Genussland Oberösterreich ist mit Most und Knödel in Berlin. Die Genussland-Partner, die Firma Hochreiter aus Bad Leonfelden sowie Wurm & Wurm aus St. Florian sind am Österreich-Gemeindschaftsstand der Agrarmarkt Austria Marketing GmbH mit typisch oberösterreichischer Kost, eben Knödel und Most vertreten.
"Mein Ziel ist es, dass Oberösterreich auf der kulinarischen Landkarte Europas erkennbar wird", sagt Agrarlandesrat Stockinger und sieht in seiner Qualitätsoffensive letztlich auch einen Nutzen im Tourismusgeschäft: "Wir wissen, dass jede zweite Urlaubsentscheidung auch nach dem Angebot bei Essen und Trinken, also nach der Kulinarik getroffen wird."