
Unter dem Motto "Mahlzeit - Kulinariktrends im Tourismus" stand das diesjährige Oberösterreich Forum Tourismus & Freizeit, das am 10. Oktober 2008 in Linz stattfand. Auf Einladung von OÖ. Tourismus und der Johannes Kepler Universität Linz beleuchteten Referenten wie der Gastronomiekritiker und Kochbuchautor Prof. Christoph Wagner, Univ. Prof. Dr. Roman Sandgruber, Linz09 Hot-Spot-Initator Robert Seeber und der Gastrochef der Casinos Austria, Mag. Oliver Kitz, das Thema Kulinarik und Genuss aus unterschiedlichsten Perspektiven und im Wandel der Zeit. Mehr als 180 Touristiker aus ganz Oberösterreich und Studierende des Universitätslehrganges Tourismusmanagement nahmen daran teil.
Essen und Trinken spielen seit jeher eine wichtige Rolle, beim Tagesausflug ebenso wie im Urlaub oder auf Geschäftsreisen. Befragungen der einheimischen Bevölkerung als auch der Touristen zeigen, dass beim Gasthausbesuch regionaltypische, saisonale Schmankerl auf der Speisekarte erwartet und bevorzugt genossen werden wollen. Oberösterreichs Tourismusbranche hat mit dem Projekt „Genussland OÖ“ dahingehend den richtigen Weg eingeschlagen und regionale Produzenten mit Gastronomiebetrieben vernetzt. „Um hochwertigen kulinarischen Genuss zu bieten sind die Partner gefordert, sich auch künftig konsequent mit der Kulinarik und deren Trends auseinander zu setzen und sich den verändernden Kundenwünschen entsprechend weiter zu entwickeln,“ skizzierten BSO Johann Schenner und Mag. Karl Pramendorfer, Vorstand des OÖ. Tourismus, die Zielsetzung der Veranstaltung. Mit dem Forum Tourismus & Freizeit soll das Engagement rund um den Genuss weiter gestärkt werden.
„Essen ist Erlebnis, in der Holzknechtshütte ebenso wie am Kaiserhof. Essen schafft Identität. Essen wird gelernt. Von Kindheit an. Mit langen Traditionen“ erklärte Prof. Dr. Roman Sandgruber die Hintergründe der Landesausstellung 2009 „Mahlzeit“ im Stift Schlierbach. Sie wird sich der kulturellen Dimension vom Essen und Trinken widmen und einen Bogen von der Urzeit in die Zukunft, durch die Kontinente, Zeiten und Kulturen spannen.
„Genuss ist Teil unseres kulturellen Verhaltens und kann wie dieses zwar analysiert und beeinflusst, aber dennoch nicht von oben herab qualifiziert werden. Denn, auch beim Genuss gibt es eine Hochkultur und eine Populärkultur,“ verglich Christoph Wagner die Kulinarik mit der E und U-Musik. Kulinarischer Genuss hat immer auch etwas mit Bodenständigkeit zu tun, beruht er doch auf Kochtraditionen und -rezepten der Region. Genuss bedeutet daher auch eine Forderung an den Genießer, die Bauern und Produzenten einer Gegend zu ermuntern, ihre angestammten Produkte, vor allem auch einheimische Pflanzensorten und Tierrassen, neu zu beleben und ihre Qualität immer weiter zu verbessern.
„Zur Attraktivität der gastronomischen Landschaft Oberösterreichs tragen vor allem auch die zahlreichen Wirtekooperationen bei,“ ergänzte Wirtesprecherin Eva Marianne Maier. Angefangen von der österreichweit aktiven Besten Österreichischen Gastlichkeit (BÖG), über die KultiWirte bis hin zu regionalen sowie themenbezogenen Vereinigungen wie z. B. die Salzkammergut-Fischrestaurants, die Wirte im Pferdeeisenbahnland, die Eisenstraßenwirte oder die Wanderwirte an der Donau. Viele von ihnen signalisieren ihre regionale Verbundenheit auch dadurch, dass auf ihren Tellern die Qualitätsprodukte der unmittelbaren Umgebung veredelt die Gaumen der Gäste erfreuen.
Jahr für Jahr tragen die Gastronomen aber auch kulturelle Großereignisse bzw. Veranstaltungen mit. Bereits im Vorfeld zu Linz 2009 Kulturhauptstadt Europas haben die Linzer Gastronomen mit Robert Seeber an der Spitze dafür mit den Hotspots die Weichen gestellt. Mit Kochworkshops und Mitarbeiterschulungen für die über 50 teilnehmenden Betriebe in und um Linz widmen sie sich derzeit der nachhaltigen Qualitätsverbesserung und werden im nächsten Jahr kulinarisch Außergewöhnliches bieten.
„Das Essen ist Spiegel unserer Gesellschaft,“ sagte Oliver Kitz und skizzierte die Trends der Zukunft: Durch die Globalisierung komme es zu einer Verschiebung unserer Geschmacksvorlieben und in Folge zu einer Globalisierung der Esskulturen. Gleichzeitig würden damit kulinarisch markante Regionen gestärkt. Weil sie Authentizität, Transparenz und Vertrauen bietet, kann die Region zur Marke werden. Dieses Paradoxon nutzen die heimischen Genussregionen ganz gezielt und bieten dem Konsumenten nicht nur ein auf die Jahreszeiten abgestimmtes, gesundes, nährstoffreiches Produkt, sondern auch einen Beitrag zum Klimaschutz.
Die Präsentationen / Vorträge der Referenten sowie die Presseunterlage können Sie in den untenstehenden Links herunterladen.