Der traditionelle Bockbieranstich in der Stiftsbrauerei Schlägl zeichnete sich in diesem Jahr durch besonders prominente Ehrengäste und eine Premiere in der Doppel-Bock-Geschichte aus. Abt Mag. Martin Felhofer eröffnete die Vorweihnachtszeit mit dem Anstich der traditionellen Bierspezialität im Beisein von Olympiasieger und Autor Felix Gottwald.
Der Geschmack des Winters hat in Schlägl einen Namen: Doppel-Bock 2011. Doch in diesem Jahr bringt der aktuelle Jahrgang eine Besonderheit mit sich. Erstmalig in der Geschichte des Doppelbocks aus der Stiftsbrauerei Schlägl wurde das Bier bereits im Frühjahr eingebraut. Über acht Monate reifte der Doppel Bock 2011 im kalten Stiftskeller und ließ der Hefe genügend Zeit, ihr Werk zu vollenden. Herausgekommen ist ein Bockbier, das nicht nur Braumeister Reinhard Bayer ins Schwärmen bringt, der es so beschreibt: „Ein kräftiges Goldgelb zeigt sich dem Biergenießer, gekrönt von einer Haube aus feinporigem Schaum; in der Nase dominieren zuerst malzige Noten, die an frisch geschnittenes Stroh erinnern. Das Geruchserlebnis gleitet über in Aromen, die eine satte Vollmundigkeit erahnen lassen.“ Ähnlich poetisch geht es weiter, wenn der Geschmack des Bockbieres umschrieben wird: „Im Antrunk fein cremig, weich, bietet sich ein mild süßer Körper, der nahtlos in eine harmonische, sanft eingebundene Bittere und Aromatik des Mühlviertler Hopfens übergeht.“
An den ersten Schlücken des 2011er Bocks durfte sich unter anderem Weltmeister und Olympiasieger Felix Gottwald erfreuen, der sein Buch „Die Stille zum Erfolg“ präsentierte und die Gäste zur Autogrammstunde lud. Mit einem Impulse gebenden Kurzvideo eröffnete der ehemalige Spitzensportler seinen Vortrag über die Essenz seiner Erfolgsprinzipien.
Das Bier zur Jahreszeit
Winterzeit ist Bockbierzeit – so viel war nach diesem Abend klar. Aber in der Stiftsbrauerei Schlägl gibt es für jede Jahreszeit das richtige Bier. Ob im Sommer, wenn die „Zwickl-Tage“ Lust auf Urlaub machen, im Herbst das BIO-Roggenbier das Erntedankfest „roggt“ oder im Frühjahr das Fastenbier die Zeit der Regeneration und des Aufblühens einläutet - die Biersorten aus Österreichs einziger Stiftsbrauerei sind ein perfekter Begleiter durchs Jahr! Genau diese Botschaft kommuniziert die aktuelle Kampagne, die im Sommer und Herbst auf Plakaten in der Region zu sehen war. Ein weiterer Kommunikationsschwerpunkt macht in diesem Winter durch eine Straßenbahn in Linz auf die besonderen Werte von Schlägl aufmerksam: In Kooperation mit dem Skigebiet Hochficht, der Wintermodemarke Eisbär und dem Skihersteller Fischer fährt auch in diesem Jahr ein entsprechend beklebter „City Runner“ durch unsere Hauptstadt.
Aufgrund des zunehmenden Interesses an Bierraritäten ist in diesem Jahr die Bierviertel-Selection entstanden. Diese geht auf die Initiative der Bierviertel-Mitglieder (der Braucommune in Freistadt, der Privatbrauerei Hofstetten, der Stiftsbrauerei Schlägl und dem ersten Biersommelier-Weltmeister Karl Schiffner) zur Stärkung traditioneller Mühlviertler Braukultur zurück. Gemeinsam mit zwei anderen Brauereien und dem Biersommelier-Weltmeister Karl Schiffner wird eine edle Geschenkbox für echte Kenner befüllt: mit exklusiven Raritäten, unter denen sich auch das Schlägl Abtei-Bier findet, und mit einem einzigartigen Degustationsglas, das speziell für die Verkostung von Bieren entwickelt wurde.
Investitionen für nachhaltigen Biergenuss
In der Stiftsbrauerei Schlägl wird laufend in die Technik investiert: Begonnen wurde im November 2001 mit der Inbetriebnahme eines neuen Flaschenfüllers und eines Leerflascheninspektors. Im Jänner 2004 folgte dann die Erneuerung der Flaschereinigungsmaschine, was nur durch eine aufwändige statische Sanierung des Hallenbodens möglich war. Aktuell wurde Ende 2010 der neue „Trockenteil“ der Abfüllanlage eingebracht und innerhalb von 2 Wochen in Betrieb genommen. Unter dem „Trockenteil“ versteht man jenen Bereich der Füllanlage, in dem in erster Linie mit Kisten manipuliert wird: die Be- und Entpalettierung, Gebindesortierung, Entkorker, Kistenwaschanlage und die Flaschenein- und Flaschenauspacker.
Durch diese neuen Anlagen wurden viele Arbeitsschritte, die vorher manuell erledigt wurden, erleichtert. Ein gleichmäßigerer Abfüllvorgang wird somit gewährleistet und die Abfüllleistung konnte somit um etwa 20–25 % gesteigert werden; gleichzeitig hat sich mit dieser Anlage auch die Betriebs- und Arbeitssicherheit stark verbessert. Die Gesamtkosten für diese Investition beliefen sich auf etwa 750.000 Euro inklusive der notwendigen baulichen Vorarbeiten.
Neue Wege mit dem Schlägler Roggen
Seit über 100 Jahren wird in Schlägl Roggen gezüchtet. Seine Vorteile liegen in der Winterfestigkeit und der frühen Reife mit Ende Juli, was die nötige Lagerreife des Korns für den Anbau Anfang September garantiert. Kein Wunder, dass der Schlägler Winterroggen weit verbreitet ist – vom Böhmerwald bis hin nach Tirol und Salzburg. Aber die Beständigkeit dieses ursprünglichen, traditionellen Produktes überzeugt nicht nur in Österreich. In verschiedenen internationalen Saatzuchten wird der Schlägler Roggen eingesetzt.
Seit 2007 führt das Stift Schlägl das Vermehrungssaatgut auf Basis der Richtlinien für den biologischen Anbau. Aktuell werden Züchtung und Vermehrung an die gewachsenen Bedürfnisse etwa der Verarbeiter des Korns angepasst – mit dem erklärten Ziel, eine der ältesten Hochzuchtsorten (bereits 1937 eingetragen in das Zuchtbuch beim Bundesministerium für Land- und Fortswirtschaft) für die Zukunft fit zu machen!