Ob zarte Birnenmoste, kräftige Mischlingsmoste oder resche Apfelmoste, die oberösterreichischen Mostbauern entwickeln den Haustrunk immer mehr zu einem feinen Speisenbegleiter und fruchtigen Erfrischungsgetränk. „Entscheidend dafür ist, dass sich die 488 Most- und Safterzeuger verstärkt der Qualitätsentwicklung verschrieben haben“, stellt Mag. Friedrich Pernkopf, Direktor der Landwirtschaftskammer OÖ fest.
Die Leistungen der Top-Produzenten werden am 10. März in der Landwirtschaftskammer OÖ mit der Prämierungsveranstaltung für die oberösterreichischen Landessieger bei Most, Saft, Edelbränden, Likören, Essigen und Marmelade gewürdigt.
Mostproduzent braucht gleiches Fachwissen wie Winzer
Besonders im Keller, nach der Abfüllung des Saftes in die Fässer, braucht der Mostproduzent das gleiche Wissen wie im Weinkeller der Winzer. „Die Experimentierfreudigkeit, Erfahrung und Ausdauer einiger Pioniere haben in den letzten Jahren viel in Gang gebracht und aus Most wieder ein hochwertiges Produkt gemacht“, so Pernkopf. Damit diese Entwicklung der Mostkultur auch künftig gewähreistet ist, hat die Landwirtschaftskammer neben der schon bekannten Ausbildung zur Mostsommelier/e seit einem Jahr eine kellerwirtschaftliche Beratung für Mostproduzenten eingerichtet.
1.200.000 Mostobstbäume
Die Grundlage für den Most sind die oberösterreichischen Streuobstwiesen, die nicht nur schön für das Auge sind, sondern auch Wertschöpfung bringen müssen. Die Pflege, Ernte und Erhaltung dieser Landschaftselemente kostet Arbeitszeit. 2009 gab es eine Rekordernte von etwa 180.000 Tonnen von 1,2 Millionen Mostobstbäumen. Leider fand nicht jeder Apfel oder Birne den Weg als Saft oder Most in die Flasche. Aufgrund des geringen Pressobstpreises blieben viele der Früchte ungeklaubt. Auf Basis dieser reichen Ernte wurde aber auch viel Qualität produziert. Diese Qualität brachte einen Rekord bei den Einreichungen zur Prämierung der verschiedensten Moste und Säfte bei der „Ab Hof Messe“, die von 26. Februar bis 1. März in Wieselburg stattfand. Auch Saft ist bei den Mostbauern ein wichtiges Produkt, weil der Markt für naturbelassene und direktgepresste Säfte ständig wächst. 378 oberösterreichische Einreichungen in den Kategorien Most, Saft, Marmelade und Essig führten bei der internationalen Jury-Verkostung in Wieselburg zu 46 Goldmedaillen, 79 Silber- und 87 Bronzemedaillen. „Mehr als die Hälfte der eingereichten oberösterreichischen Produkte wurde also mit einer Medaille ausgezeichnet“, freut sich Kammerdirektor Pernkopf über die hohe Erfolgsquote. Gerade diese standardisierten Verkostungen zeigen, dass der Ausdruck „Landessäure“ für Most nicht mehr treffend ist. Die klare Nase der Moste, feine Aromen im Duft und vor allem das harmonische Zucker-Säure-Spiel am Gaumen sind Gegenbeweis für dieses hartnäckige Unwort.
Thema Most anschaulich darstellen
Bei der Sonderausstellung „Most & Saft – vom Haustrunk zum Qualitätsprodukt“ im Herbst 2009 auf der Rieder Messe wurden sämtliche Bereiche der Produktion für die Messebesucher anschaulich dargestellt. Geboten wurden Informationen über den Streuobstanbau, die Produktion, die Qualitätssicherung im Labor, die Vermarktung bis hin zur Degustation von Spitzenprodukten in der Erlebnisbuschenschank. Publikumsmagnet war die Live-Saftproduktion. 5000 Messebesucher wurden mit kleinen Fläschchen mit frisch gepresstem oberösterreichischen Apfelsaft überrascht. Als Vorbote des heurigen Most-Jahrgangs konnte erstmals der Jungmost in einer Supermarktkette sehr gut in Szene gesetzt werden. Ins Rennen um die Jungmost-Prämierung gingen 52 Moste. Davon wurden 20 Produkte von zehn verschieden Produzenten als „prämierter oö Jungmost“ gekürt. Erstmals wurde Most in einer 0,7 Liter Abfüllung zum Preis von 2,79 Euro verkauft.
Prämierungsveranstaltung am 10. März, Landwirtschaftskammer OÖ
Die Preisträger bei Most, Saft, Edelbränden, Likören, Essigen und Marmeladen wur-den bei der „Ab Hof Messe“ in Wieselburg ermittelt. Heute werden die Top-Produzenten bei einer Prämierungsveranstaltung in der Landwirtschaftskammer OÖ gewürdigt. Die besten Landesmoste kommen von:
- Josef Lindinger, 4732 St. Thomas: Birnen Cuvée & Apfel-Birnen-Most
- Wolfgang Schober, 4331 Naarn: Brünnerling & Grüne Pichlbirne
- Norbert und Eva Eder, 4284 Tragwein: Jonagold & Apfelcuvée mild
- Wilfried Hirschvogel, 4062 Thening: Apfelmost
- Ernst und Birgit Mielacher, Riethalerhof: 4623 Grunskirchen: Apfelmost, Birnenmost & Apfel-Birnen-Most
- Walter Schauer, 4076 St. Marienkirchen: Apfelcuvée
- Karl und Gerlinde Penetsdorfer, 4690 Oberndorf bei Schwanenstadt: Apfelmost Rubinette
- Manfred Lungenschmied, 4563 Micheldorf: Apfel-Birnen-Most
- Tanja und Josef Deisinger, 4223 Katsdorf: Lederbirne
- Johann und Maria Steiner, 4363 Pabneukirchen: Birnenmost
Alle Prämierten – also auch jene in den Kategorien Saft, Edelbrände, Liköre, Essige und Marmeladen – sind zu finden unter
http://www.lk-ooe.at – Betrieb und Familie – Direktvermarktung
Kontakt zum Thema:
Birgit Puntigam, Auf der Gugl 3, 4021 Linz
Tel: +43/050/6902-1266, E-Mail:
Birgit.Puntigam@lk-ooe.at
Kontakt Pressestelle:
Mag. Elisabeth Frei-Ollmann, Auf der Gugl 3, 4021 Linz
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