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Kremstaler Kletzenbrot der Hofbäckerei Resch GmbH


Alter Brauch wiederbelebt

"Das Kletzenbrot backen ist aus der Mode gekommen", sagt Markus Resch von der Kremstaler Hofbäckerei in Wartberg. Vor einigen Jahren begann er diesen alten Brauch wieder zu beleben. Heute schätzt er sich glücklich, denn der Verkauf von Kletzenbrot ist für seinen Betrieb ein wichtiges Standbein geworden.

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Bäcker- und Konditormeister Markus Resch hat mehrere alte Rezepte ausprobiert und gibt neben dem Dörrobst auch Haselnüsse, Feigen und kandierte Früchte dazu. Verfeinert wird die Fülle mit hauseigenem Birnen- oder Apfelmost, der dem Kremstaler Kletzenbrot den ganz besonderen Geschmack gibt. Von Martini bis zum Freitag vor dem Aschermittwoch stellt Markus Resch sein Kletzenbrot her und bis nach Linz liefert er es an Feinkostläden und Lebensmittel-Märkten.

Bäckermeister Markus Resch (47), will auch das Brauchtum rund um die "heiligen Brote" wieder beleben. Er erzählt vom "Störi anschneiden" einem Brauch, der besonders im Krems- und Steyrtal üblich war, von der alten Meinung, dass man neunerlei Kletzenbrote zwischen der Thomasnacht und dem Dreikönigstag essen soll und wer das Störibrot anschneiden durfte, der musste der Hausfrau beim nächsten Kirtag ein kleines Geschenk kaufen. "Meistens kauften die Burschen Kokosbusserl", erzählt Resch schmunzelnd und sagt: "Übers Kletzenbrotanschneiden begann schon so manche Liabschaft!" Bekannt ist auch der Ausspruch: " Iß` a wenig a Störi, dass stark wirst" und damit verband man auch das Recht der Dienstboten auf eine Extra-Brotgabe in der Heiligen Nacht. "Kletztenbrot ist ein Energiespender und ich bemerke es, dass auch die jungen Leute wieder gerne zu dieser Energienahrung greifen", schildert Resch seine Erfahrungen.

"Kletzenbrot ist der Müsliriegel unserer Großeltern!" (Markus Resch)

Früher wurde jeder Laib vor dem Backen mit Weihwasser besprengt und vor dem Anschneiden machte man drei Kreuze und verband damit den Wunsch, dass immer genügend Brot für die Familie vorhanden sein soll. Dieser Segenswunsch war besonders in den christlichen Familien verankert und in manchen Familien wird auch heute noch der Laib Brot vor dem Anschneiden gesegnet.

In der Gegend von Hinterstoder war es der Brauch, schreibt Erika Neulinger in ihrem Buch "Brauchtum im Stodertal", dass man das Scherzl des Brot-Laibes den Elementen opferte, ein Stück wurde auf den Baum gehängt, ein weiteres in der Erde vergraben, eines im Ofen verbrannt und noch vor Jahren, erinnert sich die Heimatforscherin haben die Leute den Scherz vom Kletzenbrot in die Steyr geworfen, also dem Element Wasser geopfert.

Im Kremstal wurde auch für das Vieh ein eigenes "Störibrot" gebacken, das man in den Rauhnächten den Kühen in den Futtertrog warf. Diese "Viehstöri" bringt für das kommende Jahr Glück im Stall.

Die Bräuche rund um das Kletzenbrot sind in der Region Pyhrn-Eisenwurzen recht unterschiedlich. Es gab Unterschiede zwischen den einzelnen Talschaften, den Orten und sogar zwischen den einzelnen Bauernfamilien.

Bäckermeister Markus Resch möchte das Brauchtum rund ums Brot neu beleben und freut sich, wenn Volkskundler, Heimatvereine oder auch die Medien ihm helfen diesem traditionsreichen Nahrungsmittel " Brot" wieder jenem Stellenwert zu geben, welchen es, seit Jahrtausenden, hatte.

Herstellung:

Trockenfrüchte (Rosinen, Feigen, Zwetschken) mit den kandierten Früchten und Haselnüssen vermengen. Geschnittene, geputzte Dörrbirnen (Kletzen) werden mit Most aufgekocht. Dazu kommt eine spezielle Gewürzmischung mit Zimt, Anis, Ingwer, Vanille, Zitrone und natürlich Rum und Schnaps. Diese ganze Früchtemischung wird mind. 24 Std. angesetzt. Dann kommt der Roggenbrotteig dazu und anschließend werden die runden Teiglinge geformt. Die Teighülle ist dann ein leicht gesüßter Hefeteig. Nach dem Auskühlen wird der Laib halbiert und verpackt.