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Der Guckerweg in Julbach

Landschaft unter der Lupe

Was gibt’s da zu gucken? In Julbach nicht wenig. Wer beim Gasthof Hofer die Wanderschuhe schnürt und den 12,8 km langen Guckerweg unter die Sohlen nimmt, durchmisst die harmonische Landschaft beiderseits der Kleinen Mühl.

Im Süden wogt das sanfte Hügelmeer bis zur Donau und jenseits bis zum Inn hinüber, im Norden begrenzt der dunkelgrüne Böhmerwald den Horizont. Wie viele interessante Details wären da und dort zu erspähen – wär’ man doch nur etwas näher dran! Diesen Stoßseufzer haben sich die Tourismusverantwortlichen zu Herzen genommen und entlang des Weges durch die Ortschaften Niederkraml, Vorder- und Hinterschiffl zahlreiche „Gucker“ aufgestellt. Diese einem Fernrohr ähnlichen Geräte lassen die Landschaft im neuen Licht erleben.

Das erste dieser „Schau-Spiele“ genießt man, wenn man – der neuen, wetterfesten Beschilderung folgend – rechts an der Kirche vorbei ins Tal der Kleinen Mühl hinuntergeht. Auf der drüberen Talseite geht’s auf einem Wiesenweg und kurz auf der Asphaltstraße zum „Julbachblick“ in Leithen. Wir wandern weiter bergwärts, bis wir den höchsten Punkt der Tour – 736 m über dem Meer – und damit Guckerstation Nr. 2, den „Böhmerwaldblick mit Skigebiet Hochficht“, erreichen. Schon 400 m weiter folgt der nächste Luginsland in der Streusiedlung Heinrichsberg, und nach einer kurzen Wegstrecke auf Feld- und Güterwegen hat man sich man schon die Einkehr im Gasthof Vorderschiffl verdient (Montag Ruhetag).

Weiter geht’s durch den Weiler Schopper – wieder kurz auf Asphalt, dann links auf einem Feldweg nach Emsmannsreith, wo eine Guckerstation den „Blick auf den Zwischenmühlrücken“ verspricht. Vorbei am Bauernhof Lindorfer („Zwei-Gemeinden-Blick“) kommen wir zu einem weiteren Gucker, der den „Blick ins Tal der Kleinen Mühl“ eröffnet. Nach einem kurzen Abstieg durchqueren wir Niederkraml, wo ein weiterer Gasthof zu Rast und Stärkung einlädt (Mittwoch Ruhetag). Zuletzt wandern wir parallel zum Weiselweg und auf einer kurzen Asphaltsstrecke, bis rechts ein Wiesenweg zu zweiten Guckerstation mit dem Namen „Julbachblick“ führt. Jenseits des Flüsschens wartet der letzte kurze Aufstieg zum Ausgangspunkt auf uns. Nach etwa drei Stunden Geh- und noch einigem mehr an Guck-Zeit treffen wir wieder in Julbach, dem „Meran des Mühlviertels“, ein.


Kultur-Tipp: Kalvarienbergkapelle und Drosselstein
Ein besonderes Juwel ist der Kalvarienberg. 14 Kreuzweg-Stationen führen vom Ort ausgehend zur Kalvarienberg-Kapelle! Die Kapelle wurde von Michael Schinkinger 1843 erbaut. Gleichzeitig wurde der Kreuzweg angelegt. Am Kalvarienberg entspringen zahlreiche Quellen. Wohl deshalb wurde hier die Kapelle errichtet.

Über die Felsengruppe hinter der Kapelle, den Drosselstein mit einer seltsamen Vertiefung auf dem größten Granitblock, erzählt man sich so manche Sage:

Sage 1:
Auf dem Drosselstein trieb der Teufel sein Unwesen. Er raufte mit einem Engel um den Besitz einer Seele und verlor. Vor Wut stampfte er auf und hinterließ seinen Fußabdruck im Stein.

Sage 2:
Vom Drosselstein sollen die kleinen Kinder kommen. Wenn man das Ohr unten an den Stein legt, kann man ihr Wimmern hören.

Sage 3:
Eine Fremder wollte die einst hölzerne Kapelle abtragen und daraus einen Pferdestall zimmern. Seither fuhr der Teufel in den nächtlichen Stunden vom Drosselstein durch Julbach und wieder zurück. Man rief einen Pfarrer um den Bösen zu vertreiben. Wütend stampfte der Teufel seinen Huf ins Gestein und verschwand unter Gestank und Getöse für immer.

Weitere Informationen:
Gemeindeamt Julbach
Schulstraße 4
4162 Julbach, Österreich
Tel.: +43(7288)8155
Fax: +43(7288)815520

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Genuss-Tipp: Zum Landgasthof Pernsteiner
Direkt am Guckerweg liegt eingebettet im Tal der Kleinen Mühl der Landgasthof Persteiner - seit über 100 Jahren als Familienbetrieb geführt
und spezialisiert auf Wandern, Golf und Bienenluftkur. Aus der eigenen Landwirtschaft kommen das zarte Fleisch von den Jungrindern und Schweinen und auch die Milch für den Topfenkäs. Die Küche bietet überhaupt regionaltypische Schmankerl, z. B. werden für Gruppen ab 6 Personen der schmackhafte Leberschädel, knuspriges Bratl in der Rein oder Ripperl aus dem Holzofen serviert. Die Jause für Wanderer ist die herzhafte Mühlviertler Brettljause mit einem kalten Bratl und hausgemachtem Topfenkäse. Süße Verführungen wie Kaiserschmarren oder Apfelstrudel und hausgemachte Torten laden zu einer gemütlichen Kaffeepause ein.

Weitere Informationen:
Landgasthof Franz Persteiner
Niederkraml 1, 4153 Julbach
Tel: 07288/8203
http://www.wandernbeimfranz.at

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